Wildschweine


Allgemeine Zunahme der Wildschweinpopulation in Deutschland

In ganz Deutschland gibt es in den letzten Jahren immer mehr Wildschweine. Grundsätzlich bevorzugt das Schwarzwild Laubwälder mit dichtem Unterwuchs. Dabei ist für sie die Nähe zum Wasser wichtig, da sie sich gern im Schlamm suhlen, um ihre Haut vor Parasiten zu schützen. Häufig halten sie sich zur Nahrungssuche auch in Randgebieten von Städten auf, denn in angrenzenden bewirtschafteten Flächen, Grünanlagen und Gärten finden sie häufig reichlich Futter. Wildschweine sind Allesfresser. Sie ernähren sich von Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Blumenzwiebeln, Pilzen, Früchten, Kräutern, Gräsern, Würmern, Engerlingen, Schnecken oder Aas.

Wildschweine in bewohnten Bereichen
In den letzten Monaten mehren sich in vielen Kommunen die Fälle, dass Wildschweine auch in das Stadtgebiet vordringen und dort in öffentlichen Anlagen, privaten Gärten und brachliegenden Grundstücken große Schäden anrichten. Die Kosten hierfür tragen dann die betroffenen Grundstückseigentümer. Angelockt werden die Wildschweine durch das Nahrungsangebot, das sie in der Nähe der Menschen finden, vor allem durch Gemüsebeete, offenliegende Garten- und Hausabfälle, Kompostanlagen, Fallobst oder auch eiweißhaltige Dünger. Grundstücke in Waldnähe oder am Waldrand sind weiterhin besonders betroffen. Aber auch im weiteren Stadtgebiet liegende private Gärten und brachliegende Grundstücke in Wohngebieten wurden zuletzt vermehr von hungrigen Wildschweinen heimgesucht.

Dürfen Wildschweine in bewohnten Bereichen gejagt werden?

Wildschweine unterliegen als freilebende herrenlose Tiere dem Jagdrecht. Sie dürfen nur auf Jagdflächen geschossen werden. Auf diesen Bereichen besteht seit Monaten ein deutlich erhöhter Jagddruck. In den sogenannten “befriedeten Gebieten” wie Wohnsiedlungen, Parks oder Gärten ist die Jagd auf Wildschweine jedoch gesetzlich verboten. Nur in Ausnahmefällen, insbesondere zur Gefahrenabwehr oder zur Tierseuchenbekämpfung und wenn eine gefahrlose Schussabgabe möglich ist, kann die Untere Jagdbehörde des Rhein-Sieg-Kreises auf Antrag durch die Grundstückeigentümerin oder den Grundstückseigentümer und nach erfolgter örtlichen Begutachtung eine beschränkte Jagdausübung durch ausgewählte Jägerinnen und Jäger genehmigen.

Was kann ich zum Schutz meines Grundstückes tun?
• Machen Sie jede Art von Nahrungsquellen auf Ihrem Grundstück für Wildschweine unzugänglich. Füttern Sie in keinem Fall Wildschweine an. Dies führt zu einer Gewöhnung der Tiere an die leicht zu findende Nahrungsquelle, so dass sie dauerhaft im Stadtgebiet bleiben und ihre Scheu vor dem Menschen verlieren.
• Sammeln Sie Fallobst und sonstige Baumfrüchte wie Eicheln, Bucheckern etc. im Garten auf.
• Vermeiden Sie eiweißhaltigen Dünger zum Beispiel in Form von Hornspänen.
• Entsorgen Sie Essensreste und Abfälle so, dass sie für Wildschweine nicht erreichbar sind.
• Nutzen Sie stabile Gehäuse für Abfallbehälter – insbesondere für die Biotonne – sowie für Ihre Gemüsebeete und Ihren Komposthaufen.

Um Wildschweine aus Ihrem Garten zu vertreiben, gibt es mehrere Methoden zum Beispiel:
o Vergrämungsmittel (im Fachjargon „Wildrepell“ = Repellent von lat. repellere = vertreiben, zurückstoßen) auslegen. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der Tiere abschreckt, ohne sie zu töten. Es handelt sich also nicht um Gift.
o Akustischen Wildschweinschreck einsetzen.
o Sicherung des Grundstücks mit einem wildschweinsicheren, stabilen Zaun. Dieser sollte mindestens 1,50m hoch sein. Er muss einen massiven Sockel haben oder etwa 40 Zentimeter tief in die Erde reichen, da die Tiere sonst den Zaun mit ihren kräftigen Rüsseln anheben.
Nutzen Sie hierzu das umfangreiche Angebot im Internet.

Ganz wichtig: Sorgen Sie dafür, dass Wildschweine auf Ihrem Grundstück keine Deckungsmöglichkeiten haben. Schneiden Sie Bäume, Hecken, Sträucher, Wiesen und Ihren Rasen so zurück, dass die Tiere sich dort nicht verstecken können. Das gilt insbesondere auch für ansonsten ungenutzte, brachliegende Parzellen und Grundstücke.

Was kann ich sonst tun?
• Entsorgen Sie keinen Grünschnitt oder sonstige Abfälle in die Umwelt. Das ist nicht nur illegal, sondern zieht zudem die Wildschweine in die Nähe der bewohnten Bereiche.
• Werfen Sie beim Waldspaziergang keine Essensreste weg. Das Futterangebot zieht die Tiere zu den Wegen und nimmt ihnen die Scheu vor dem Menschen.
• Wildschweine sind grundsätzlich nicht gefährlich. Sie greifen Menschen nicht an, wenn sie fliehen können. Daher ist es wichtig, den Tieren immer eine Rückzugsmöglichkeit zu geben. Engen Sie ein Wildschwein auf keinen Fall ein und drängen Sie es nie in eine Zaun- oder Hausecke.
• Bewahren Sie beim Zusammentreffen mit Wildschweinen Ruhe. Ziehen Sie sich langsam zurück und vermeiden Sie laute Geräusche oder hektische Bewegungen.
• Führen Sie außerhalb Ihres Grundstücks Ihren Hund immer an der Leine. Selbst ein großer und starker Haushund kann – neben der Gefahr für Sie selbst – in einer Auseinandersetzung mit einem aufgeschreckten oder gehetzten Wildschwein lebensgefährlich verletzt werden.
• Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, Bekannten sowie mit Ihren Nachbarn und versuchen Sie auch diese auf eine hinreichende Grundstückspflege und den richtigen Umgang mit etwaigen für Tiere frei zugänglichen Nahrungsquellen zu sensibilisieren.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Fleisch und Wurst immer ordnungsgemäß und wildschweinsicher entsorgen
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der EU auf. Diese für Schweine und Wildschweine sehr bedeutsame Tierseuche verbreitet sich – ausgehend von östlich an die EU angrenzenden Ländern – zusehends in Europa. Es erscheint Stand heute nur eine Frage der Zeit, wann die ASP auch die Bundesrepublik Deutschland erreicht. Die ASP betrifft ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) und ist für diese tödlich. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen oder weiter zu verbreiten. Solche Essensreste sollten daher vermieden oder für Wildschweine nicht zugänglich entsorgt werden.

Was tue ich, wenn ich ein totes Wildschwein finde?
Sollten Sie ein totes Wildschwein auffinden, melden Sie dies bitte umgehend der Ordnungsbehörde unter 02224/184-0. Außerhalb der Dienstzeiten der Verwaltung ist der Bereitschaftsdienst der Ordnungsbehörde über den Notruf 112 erreichbar.