Gemeinsam Energie sparen und Vorsorge treffen: Energiesparmaßnahmen des Rhein-Sieg-Kreises und seiner Städte und Gemeinden

Hier geht es zur Energeisparseite des Rhein-Sieg-Kreises

AUSMACHEN MACHT WAS AUS

  • Generelles Ausschalten der Außenbeleuchtung von öffentlichen Gebäuden
  • Ausschalten der Straßenbeleuchtung wo immer möglich von 23.00-6.00 Uhr
  • Ausschalten von nicht-sicherheitsrelevanten Ampelanlagen von 23.00-6.00 Uhr

GUT GEREGELT

  • Zentrale Einstellung der Raumtemperaturen für die kommunalen Gebäude Die Heizkurve wird auf 12 °C Außentemperatur eingestellt
  • Büroräume werden zu normalen Bürozeiten auf 19 °C geheizt, Flure etc. werden nicht geheizt
  • Gebäude- und Raumnutzung und damit auch die Heizzeiten werden an den wirklichen Bedarf angepasst.

ERFRISCHENDES NASS

  • Absenkung der Wassertemperatur von Duschen in Turnhallen und Schwimmbädern.
  • Absenkung der Temperatur von Schwimmbädern und Saunen mit Priorisierung, gemäß Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB)

Weitergehende Informationen für Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger

Information aus der Sitzung des Rates am 18. August 2022 zu den bisherigen und künftigen Energiesparmaßnahmen in Bad Honnef

Die im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine entstandenen Auswirkungen auf den europäischen Energiemarkt, die mit einem nochmaligen Preisschub verbunden sind, haben auch bei der Stadt Bad Honnef seit dem Frühjahr zu zusätzlichen Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs geführt. Die gemeinsamen Anstrengungen der Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises sollen einen spürbaren Beitrag dazu leisten, dass die Energieversorgung für alle im Winter gesichert ist. Dazu werden jetzt auch Maßnahmen ergriffen, die den gewohnten Komfort der Bürgerinnen und Bürger und der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung reduzieren.

Die ist notwendig, um das Ziel die Energieversorgung für alle Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen über den Winter zu gewährleisten – es geht um gelebte gesellschaftliche Solidarität in Bad Honnef.

Die Stadt Bad Honnef setzt hierzu die vom Rhein-Sieg-Kreis unter Beteiligung der Kommunen erarbeiteten Ziele „Ausmachen macht was aus“, „Gut geregelt“ und „Erfrischendes Nass“ mit den entsprechenden Maßnahmen zur Reduktion des Strom- und Wärmebedarfs um.

Bei den Energiesparmaßnahmen in Bad Honnef fängt die Stadtverwaltung nicht bei null an. Energiesparen heißt Kosten- und zugleich CO2-Reduktion. Beides leistet die Verwaltung mit vielfältigen Maßnahmen bereits seit Jahren. Klimaschutz wird als kommunale Pflichtaufgabe verstanden. So arbeitet die Stadt bereits regelmäßig und intensiv mit der Energieagentur Rhein-Sieg zusammen. Die Stadt ist Gründungsmitglied der Energieagentur Rhein-Sieg. Gemeinsam wurde ein kommunales Energiemanagement installiert. Dieses umfasst die monatliche Erfassung der Energie- und Wasserverbräuche für jede städtische Liegenschaft. Die Verbräuche für die Jahre 2019 und 2020 sind bereits analysiert und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zum Energiesparen angestoßen und auch umgesetzt worden.

Die nun intensivierten Maßnahmen lassen sich in Sparmaßnahmen bei Gebäude- und Wassertemperaturen sowie Stromsparmaßnahmen unterscheiden:

 

Reduzierung der Gebäudetemperatur und Steigerung der Energieeffizienz

Das kreisweite Leitziel „Gut geregelt“ sieht vor, dass die Heizkurve der Heizungen in kommunalen Gebäuden auf 12 Grad Celsius eingestellt wird und Büroräume zu normalen Bürozeiten auf höchstens 19 Grad geheizt werden. Flure und Nutzflächen werden nicht beheizt.

Alle Büros und Besprechungsräume der Stadtverwaltung werden auf höchstens 19 Grad Raumtemperatur eingestellt. Elektrische Heizlüfter sind nicht gestattet. Ein hydraulischer Abgleich wurde durchgeführt und die Heizkörper wurde mit speziellen Ventilen ausgestattet, die eine Optimierung des Durchflusses sicherstellen. Die reduzierte Raumtemperatur wird auch in den Bürgerbüros, Bürgerhäusern und allen anderen Räumen der Stadt eingestellt. Das gilt auch für Schulgebäude, in denen die Stadt Bad Honnef in den vergangenen Monaten auch vor dem Hintergrund der andauernden Coronapandemie und der Empfehlungen zum Lüften weitere Maßnahmen ergriffen hat. An zwei Grundschulen wurden die ersten sogenannten Raumlufttechnische Anlagen eingebaut, welche die Abwärme der Abluft aus den Räumen nutzt, um die Frischluft für die Räume anzuwärmen. So erhalten die Klassen erwärmte Frischluft, ohne dass die vorhandene Raumwärme beim regelmäßigen Lüften buchstäblich zum Fenster rausgelassen werden muss. Im vergangenen Winter wurde mit der Schulung der Hausmeister an Schulen und in öffentlichen Gebäuden begonnen, um Energiesparpotenziale zu identifizieren. Weitere Schulungen werden ab nächste Woche durchgeführt. Zudem sind alle Mitarbeitenden der Stadt Bad Honnef zur aktiven Mithilfe beim Energiesparen aufgerufen worden.

Einsparungen bei und Abschaltungen beim Warmwasser

Das Leitziel „Erfrischendes Nass“ der kreisweiten Energiesparinitiative sieht eine Absenkung der Wassertemperatur von Duschen in Turnhallen und Schwimmbändern vor. Zudem wird die Temperatur in Schwimmbädern und Saunen entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen reduziert.

In Bad Honnef wurden diese Ziele bereits umgesetzt: Warmwasser zum Händewaschen ist in städtischen Gebäuden sind im Juli mit wenigen Ausnahmen etwa in Spülküchen schrittweise abgeschaltet worden. Das Schwimmwasser im Freibad auf Insel Grafenwerth wird ausschließlich durch Solarthermie erwärmt, an sonnenarmen Tagen aber nicht mehr mit einer Gasheizung unterstützt. Im Lehrschwimmbecken Aegidienberg kommt eine Kombination aus CO2-neutraler Solarthermie und hocheffizienter Nutzwärme aus dem Blockheizkraftwerk des Schulzentrums zum Einsatz. Das zum Duschen erzeugte Warmwasser wird weiterhin auf die vorgegebene Solltemperatur von 60 Grad erhitzt, um die Entstehung von gesundheitsgefährdenden Legionellen im Warmwasserkreislauf zu verhindern. Allerdings wird beim Duschen weniger Warmwasser zugemischt, sodass Warmwasser und damit auch Energie eingespart werden.

Stromeinsparungen durch Anpassungen oder Abschaltung von Leuchtstellen

Hinter dem Leitziel „Ausmachen macht was aus“ hat der Rhein-Sieg-Kreis das generelle Ausschalten der Außenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden, das Ausschalten von Straßenbeleuchtung „wo immer möglich“ von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr sowie das Ausschalten von nicht-sicherheitsrelevanten Ampelanlagen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr zusammengefasst.

Dunkelheit bereitet vielen Menschen Unbehagen. Deshalb steht die Stadt Bad Honnef bereits seit mehreren Wochen im intensiven Austausch mit den Fachberatern des Ordnungsamtes und der Polizei, um die Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsempfinden und die objektive Sicherheit zu prüfen. Abschaltungen oder Helligkeitsreduzierungen werden vorab im Detail geprüft und bekannte Gefahrenstellen, Angsträume sowie Fußgängerüberwege, an denen eine Beleuchtung vorgeschrieben, werden weiterhin vollumfänglich ausgeleuchtet. Zudem müssen zunächst technische Voraussetzungen geschaffen werden, um die Straßenbeleuchtung, die derzeit in sechs große Schaltbereiche aufgeteilt ist, präziser und unabhängiger steuern zu können.

Gleichwohl hat die Anpassung der Straßenbeleuchtung einen spürbaren Effekt beim Energieverbrauch: insbesondere in den Dämmerungs- und Nachtstunden, in denen keine Photovoltaik zur Verfügung steht, werden bis zu 20 Prozent des deutschen Strombedarfs durch die sogenannte Gasverstromung gedeckt. Stromsparen bedeutet auch Gas zu sparen. Die Straßenbeleuchtung in Bad Honnef wird durch sogenannte Dämmerungsschalter gesteuert. Allein durch eine 30-minütige Verzögerung beim Einschalten der Beleuchtung wird die Stadt über 46.000 Kilowattstunden an Strom, der insbesondere in den Dämmerungs- und Nachtstunden auch aus Erdgas erzeugt wird, einsparen können. Weitere 10.000 Kilowattstunden Strom jährlich wird die Abschaltung der sogenannten Objektbeleuchtung von Kirchtürmen und Kreisverkehren ab 23.00 Uhr bringen. 2.600 der 3.500 Leuchtstellen im Stadtgebiet werden mit energieeffizienten Natriumdampflampen betrieben. Diese werden in den nächsten Jahren schrittweise auf noch effizientere LED-Lampen ausgetauscht, von denen es derzeit 400 Stück im Stadtgebiet gibt. 350 Leuchtstellen sind mit einem sogenannten zweiten Leuchtdraht ausgestattet und werden derzeit von 23.00 bis 5.00 Uhr auf die Hälfte der Leuchtleistung gedimmt. Durch eine Verlängerung der reduzierten Leuchtphase von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr wird die Stadt Bad Honnef weitere 7.000 Kilowattstunden Strom einsparen.

Gesamtgesellschaftliche Pflichtaufgabe des Energiesparens macht Anpassung im Nutzungsverhalten notwendig

Die Notwendigkeit zur Einsparung von CO2 zum Klimaschutz ist allen seit langem bekannt, allerdings standen bisher die fossilen Energien immer in ausreichendem Maße zur Verfügung. In der jetzigen Situation, ist auch die Verwaltung zu sofortigen Einsparungen gezwungen, um die Energiesicherheit über den Winter zu gewährleisten. Alle müssen und werden angesichts der europäischen Energiekrise ihre Gewohnheiten umstellen. Das gilt selbstverständlich auch für die Stadtverwaltung. Dies ist keine Frage des Wollens oder des Geldes, es ist eine gesamtgesellschaftliche Pflichtaufgabe und soll uns auch durch technische Anpassungen und mehr Effizienz in der Energienutzung gelingen. Wichtig ist aber ebenso, dass wir als Stadt unser Energiekonsumverhalten ändern. Mit kleinen Änderungen im Alltag können wir in der Summe Großes bewirken. Anregungen dafür finden die Bürgerinnen und Bürger künftig auf der städtischen Webseite meinbadhonnef.de, der des Rhein-Sieg-Kreises und der Energie-Agentur-Rhein-Sieg.

Krisenvorsorge für eine Energiemangellage

Ob Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie oder Flutkatastrophe – die Bevölkerung in Bad Honnef hat sich den Herausforderungen der letzten Jahre immer mit hohem Engagement und gelebter Solidarität gestellt. Mit Blick auf die veränderten Rahmenbedingungen des Energiemarktes bleibt neben der Reduzierung des eigenen Energie­konsums die persönliche Vorsorge einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers für den Fall einer Energiemangellage, z.B. durch einen Stromausfall, das Gebot der Stunde. Hinweise hierzu erhalten Sie unter Vorsorgen für den Stromausfall – BBK (bund.de).

Als kreisangehörige Kommune hat die Stadt Bad Honnef keine eigene Zuständigkeit im Katastrophen­schutz. In enger Abstimmung mit dem zuständigen Rhein-Sieg-Kreis, der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef sowie den ortsansässigen Hilfsorganisationen und der BHAG erarbeitet die Stadtverwaltung derzeit ein Konzept zum Umgang mit einem potentiellen Ausfall der Energie­infrastruktur, welches kurzfristig greifen muss.

Schwerpunkte der Krisenvorsorge bilden die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung sowie die Einrichtung sogenannter „Leuchttürme“ als ortsnahe Anlaufstellen an denen z.B. Hilfeersuchen aufgenommen und Informationen weitergegeben werden können. Zudem wird Hilfe zum kurzfristigen Aufwärmen bei Heizungsausfall oder zur Zubereitung von Kleinkindnahrung vorgesehen. Den besonderen Vorbereitungen liegt die Annahme einer Gasmangellage mit flächendeckendem Stromaus­fall in Nordrhein-Westfalen zu Grunde. Für den Erwerb der erforderlichen Ausrüstung und Ausstattung (z.B. satellitengestützte Kommunikationsmittel, Notstromerzeuger, Kraftstoffreserven) werden voraussichtlich zusätzliche Investitionen der Stadt erforderlich.

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