Hilfetelefon

Gleichstellungsbeauftragte Iris Schwarz mit Schild: Hilfetelefon

“Die aktuelle Corona-Pandemie schränkt das tägliche Leben stark ein. Für viele Frauen bedeutet dies, dass sie zu Hause möglicherweise vermehrt einem gewalttätigen Partner ausgesetzt sind. Die Gefahr, dass häusliche Gewaltsituationen weiter eskalieren, ist groß. Wir tun in dieser Zeit alles dafür, damit Frauen, die von Gewalt betroffen sind, weiterhin Tag und Nacht das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” erreichen können”, so Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons “Gewalt gegen Frauen”.

Gewaltbetroffene Frauen, aber auch unterstützende Freundinnen und Freunde sowie Angehörige und Fachkräfte können sich an das bundesweite Hilfetelefon (Tel. 0800 116 016) wenden. Die Beratung erfolgt rund um die Uhr, anonym, vertraulich, mehrsprachig und barrierefrei.
Die Beraterinnen des Hilfetelefons beraten zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Dabei orientieren sie sich an den Fragen und Bedürfnissen der Anrufenden. Darüberhinaus können sich gewaltbetroffene Frauen und unterstützende Personen auf der Website www.hilfetelefon.de auch über die Onlineberatung per E-Mail oder Chat an das Hilfetelefon wenden. Die Gespräche sind vertraulich und können anonym geführt werden. Mittels Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich. Hörgeschädigte oder Schwerhörige können über die Website kostenfrei einen Dolmetschdienst in Anspruch nehmen. Das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons wird in deutsche Gebärden- oder Schriftsprache übersetzt.

Aktuell: Hilfeaufruf des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen

Lesen Sie hier, wie die Corona-Krise und die damit verbundene Kontaktsperre die Gewaltproblematik gegenüber Frauen und Kindern verstärkt und welche besonderen Herausforderungen und Schwierigkeiten für Frauenberatungsstellen wie auch andere Organisationen damit verbunden sind:
Stellungnahme Frauenberatungsstellen In NRW Helfen Gerade Jetzt Bei Gewalt Und Benötigen Dabei Hilfe


Opferzahlen bei häuslicher Gewalt sind hoch: „Auch Sie kennen eine geschlagene Frau“

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Zum Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2019 machte der Rhein-Sieg-Kreis auf die Dimension der Thematik aufmerksam. „Jeder kennt in seinem Umfeld jemanden, bei dem eingebrochen wurde, aber kaum jemand kennt eine misshandelte Frau“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises, Brigitta Lindemann. „Dabei gab es 2018 im Bereich der Kreispolizei mehr Fälle von häuslicher Gewalt, als Wohnungseinbrüche – und das ohne die Dunkelziffer. Auch wenn das schwer vorstellbar ist, häusliche Gewalt findet in unserer Nachbarschaft statt“, so Lindemann weiter.

Als Mitglied des „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt“ engagiert sich der Rhein-Sieg-Kreis seit Jahren für effektive Schutz- und Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Frauen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kreiskommunen unterstützen die Arbeit des „Runden Tisches“ mit ihrem Statement gegen Gewalt jedes Jahr aufs Neue.

Die Initiative hat mit Förderung durch das Land NRW Aufkleber entwickelt, die an die Kommunen verteilt wurden. Darauf finden sich die wichtigsten Telefonnummern der Beratungsstellen gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis. Über die Aufkleber können die Städte und Gemeinden in den Toiletten und anderen öffentlichen Stellen über die Hilfsangebote informieren.

Beim jährlichen Aktionstag des „Runden Tisches“ standen die Täterberatung und die Auswirkungen auf betroffene Kinder im Vordergrund. Die Täterberatung ist deshalb von großer Bedeutung, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass Täter auch in neuen Beziehungen wieder gewalttätig werden. Diese Beratung bietet der Arbeiter- und Samariterbund in Bonn an. Kinder sind von Gewalt im häuslichen Umfeld immer mit betroffen, da sie enorm unter der bedrohlichen Situation leiden. 120 Fachkräfte aus den Bereichen Staatsanwaltschaft, Polizei, Jugendämter, Beratungsstellen, Schutzeinrichtungen und aus der Kreispolitik nahmen am Aktionstag teil.

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis:

Im Rhein-Sieg-Kreis hat sich bereits im Jahr 2002 – nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes – der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt gegründet, um die Rahmenbedingungen für effektive Schutz- und Hilfsmaßnahmen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder zu verbessern. Die Beteiligten – Vertreterinnen und Vertreter des Opferschutzes der Polizei, Frauenzentren und –häuser, Staatsanwaltschaft, Jugendämter, freier Verbände etc. – haben sich zu bestimmten Abläufen bei Fällen häuslicher Gewalt verabredet: so gibt die Polizei vor Ort die Kontaktdaten des Opfers (bei entsprechender Einwilligung) an die Frauenzentren im Rhein-Sieg-Kreis weiter, die dann wiederum sehr kurzfristig Kontakt mit dem Opfer aufnehmen und einen Beratungstermin vereinbaren.Parallel dazu werden die Daten der Kinder an das zuständige Jugendamt weitergeleitet; von dort wird geprüft inwieweit eine Kindesgefährdung vorliegt.Die übrigen Akteure im Runden Tisch unterstützen die Opfer durch weitergehende, spezifische Beratungsangebote.

Gewalt Unterschriften 2019

Gewaltschutz

Landrat Sebastian Schuster (ganz rechts), und die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises, Brigitta Lindemann (Mitte, mit Plakat), zusammen mit den am Aktionstag teilnehmenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern beziehungsweise deren Vertreterinnen und Vertreter.
Foto: Rhein-Sieg-Kreis