Der Umwelt-Skulpturenpark der Insel Grafenwerth ist ein Projekt der Kummer-Vanotti-Stiftung. Die Kummer-Vanotti-Stiftung vergibt jährlich einen „Environment & Art Award“. Zu diesem Zweck wird regelmäßig ein Kunstpreis ausgelobt, der insbesondere Künstler ansprechen soll, die sich mit Umweltthemen beschäftigen, zu bewerben. Das prämierte Kunstobjekt wird in öffentlichen Räumen auf der Insel Grafenwerth ausgestellt, um das adressierte Motiv einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
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Das zuerst prämierte Werk „Keramik-Dokument-Klimawandel“ besteht aus Materialien, die regional produziert wurden. Konzipiert als futuristische Tontafel werden auf hexagonalen Keramikfliesen umweltrelevante regionale Informationen festgehalten. Diese Informationen werden in Zusammenarbeit mit Bürgern erarbeitet. Die Preisträgerin Antye Guenther erklärt ihr Kunstwerk: „Keramik ist eines der wenigen natürlich generierten Materialien, die die Menschheit über Jahrtausende hinweg überdauern kann. Als Medium für das Einschreiben von ‚Nachrichten in die Zukunft‘ ist Keramik hervorragend geeignet und tief mit der Geschichte des angrenzenden Westerwaldes verbunden.“
Die virtuelle Darstellung eines Baumes, wie er auf Google Earth im 3D-Modus erscheint, gibt der Skulptur ihre Form. Der künstliche Baum wurde aus der Virtualität in die reale Welt zurückversetzt, und zwar im Maßstab 1:1. So stehen sich der reale Baum und sein digitales Pendent aus poliertem Stahl gegenüber, wobei dieser seine natürliche Umgebung, die Insel Grafenwerth widerspiegelt. Während der „echte“ Baum sich mit den Jahreszeiten verändert und größer wird, bleibt die Skulptur unverändert. Die Darstellung von Natur spielt in der Tradition der Künste eine große Rolle: Von der Malerei über die Fotografie bis hin zu digitalen Bildmitteln, von denen die dreidimensionalen virtuellen Globen die aktuellsten sind, wurden menschliche Vorstellungen der Natur beeinflusst und manipuliert. Google Earth stellt somit eine neue Form dieser Aneignung von Natur dar. Die Reflexion der Besucher*innen im verspiegelten Baum regt zu medialer Selbstinszenierung auch über die sozialen Netzwerke an.
Das Kunstwerk besteht aus einem Set von drei Steinen, die mit einer von der der Künstlerin entwickelten Methode hergestellt wurde. Hierfür wurden in der Region Bonn Abfälle aus Elektronikgeräten und Kunststoffanwendungen, Rückstände und andere Überreste von Zivilisationsmüll gesammelt, kombiniert mit natürlichen und organischen Materialien. Mit Shifting Geologies wird eine futuristische imaginative Landschaft illustriert, in der gegenständliche Erfahrungen gesammelt und prognostiziert werden, wie sich die Erde von hier und jetzt aus entwickeln könnte. In einem Prozess, in dem gefundene Materialien extremer Hitze ausgesetzt werden, wird ein Vorgang imitiert, der Teil geologischer Entwicklungen ist – beispielsweise bei der Entstehung von metamorphem Gestein, das durch die Erhöhung von Temperaturen oder Druck tief in der Erdkruste entsteht, die jedoch bei der mineralogischen Umwandlung seinen festen Zustand beibehält. Jeder Stein wird mit einer Lupe ausgestattet. Durch die Erweiterung der visuellen Erfahrung dessen, was in Millionen von Jahren existieren könnte, auf eine makro- und mikroskopische Ebene wird der Besucher dazu angeregt, die Dimensionen der ökologischen Herausforderungen, mit denen wir heute konfrontiert sind, neu zu überdenken, was Rückschlüsse auf menschliche Aktivitäten in der Umwelt zulässt.
THEIA ist eine massiv modellierte Lehmkugel. Die vergängliche Form der Lehmkugel ist Zeitzeugin und verweist auf die fragile Lage unseres Planeten. THEIA war ein Planet, durch dessen Aufprall auf die Erde der Mond entstand. Neuesten Forschungen zufolge hat THEIA möglicherweise auch das Wasser auf unsere Erde gebracht und hätte damit zur Entstehung des Lebens beigetragen. Bevor Himmelskörper zu einem Planeten werden, sind sie sogenannte Protoplaneten, die durch ihre geringe Masse noch keine Kugel bilden. Erst ab einer gewissen Ansammlung von Materie ist die Anziehungskraft so hoch, dass sich das Gestein verflüssigt und die Kräfte durch die Form der Kugel ausgeglichen werden.
Die kinetische Windskulptur Eine Blume für Hermann Honnef spricht in ihrer plakativen Farbigkeit und poppigen Fröhlichkeit eine gänzlich andere visuelle Sprache als die stählernen Ingenieursbauwerke der frühen Moderne. Sie baut auf den vertikalen Mikrowindkraftanlagen, den Flower Turbines oder Windtulpen auf, die seit zwei Jahren zunehmend Platz im öffentlichen und privaten Außenräumen finden. Sie kombinieren Aerodynamik und Computational Fluid Dynamics, können dadurch schon bei niedrigen Windgeschwindigkeiten Energie erzeugen und sind darüber hinaus leise und ungefährlich für Vögel. Die Blume für Hermann Honnef wird durch ihre Bewegung und ihre klare Formensprache kombiniert mit kräftigen Farben ein Anziehungspunkt innerhalb des Skulpturenparks werden und ist eine besondere Homage an den Windkraftpioniert Hermann Honnef, der auf der Insel Grafenwerth geboren wurde.
„Den Aal als komplexen weltreisenden Organismus aus der Vielfalt (noch lebender) Arten heraus zugreifen und zum Protagonisten zu machen. Der Aal als physisch erkennbare Skulptur adressiert komplexe Themen des Klimawandels (Golfstromwanderer) auf globalem Maßstab, aber parallel auch lokale Ebenen eines Protagonisten der Rhein-Naturlandschaft und Kulturlandschaft. Die Skulptur besteht aus einer säulenförmigen Figur aus Bronze, die einer naturgemäßen erkennbaren Proportion eines Europäischen Aals entspricht. Der Bronzeguss ist dauerhaft witterungsbeständig und wird über eine am Basispunkt eingelassene Rohrstange im Betonfundament statisch fest verankert.“