Abgeschlossene Projekte der Wirtschaftsförderung
Geschäftsfeld Wirtschaft & Gewerbe
Erweiterung Wirtgen
Das Baumaschinenunternehmen Wirtgen hat die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen überschritten und in Bad Honnef ein neues Entwicklungs- und Innovationscenter eröffnet. Zwölf Millionen Euro hat die Firma dafür investiert. Rund zehn Monate wurde am Dachsberg gebaut, Mitte 2023 ist das neue Entwicklungs- und Innovationscenter der Firma Wirtgen eingeweiht worden und in den Betrieb gegangen. Es ist ein Millionenprojekt, das von der Wirtschaftsförderung eng begleitet und koordiniert wurde. Wirtgen beschäftigt am Standort Windhagen rund 2000 Mitarbeiter.
Gründung Innenstadtbeirat
Im Rahmen der vielen Projekte, die sich auf die Innenstadt von Bad Honnef konzentrieren, hat die Wirtschaftsförderung zu Beginn des Jahres 2024 einen Innenstadtbeirat gegründet. Dieser besteht aus VertreterInnen der Innenstadtvereine: Centrum e.V. (Werbegemeinschaft), Lebendige Stadtmitte e.V. (Eigentümerverein) sowie dem Frauen-Stammtisch Innenstadt e.V. (Unternehmerinnen-Netzwerk). Zusätzlich hat sich eine Gastronomin bereit erklärt, ihre Gilde zu vertreten. Außerdem ist natürlich die Wirtschaftsförderung selbst mit an Bord.
Themen wie die allgemeine Innenstadtentwicklung, das Nachfolge- und auch Leerstandsmanagement sowie die Aufenthaltsqualität in der Stadt sind hier von großer Relevanz. Gemeinsam wird über die Ausrichtung der Innenstadt diskutiert und entschieden.
Kiezkaufhaus / Rheinkaufhaus
E-Commerce, stationärer Einzelhandel und umweltfreundliche urbane Logistik schließen sich nicht aus. Das hat das Kiezkaufhaus Bad Honnef seit seinem Start im November 2018 bewiesen. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre hat die Stadt Bad Honnef gelernt und gemeinsam mit strategischen Partnern – dem Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg-Euskirchen, der IHK Bonn/Rhein-Sieg und dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund – im Jahr 2022 den Plan gefasst, das Kiezkaufhaus zum Rhein-Kaufhaus weiterzuentwickeln.
Technisch und organisatorisch stellte das Rhein-Kaufhaus dabei das Fundament für flexiblere Anpassungen und ein Wachstum über die Stadtgrenzen hinaus: das Rhein-Kaufhaus sollte den gesamten lokalen und regionalen Einzelhandel an Rhein und Sieg stärken. Das war das erklärte gemeinsame Ziel der strategischen Partner.
Dass der Startschuss für das neue Rhein-Kaufhaus in Bad Honnef fiel, war kein Zufall: Seit der Gründung des Kiezkaufhauses Bad Honnef wurden in der Stadt frische Lebensmittel, Mode und Schmuck in einem virtuellen Kaufhaus angeboten und von den stationären Einzelhändlern mittels Lieferservice per Lastenfahrrad zu den Kundinnen und Kunden transportiert. Ein Konzept, dass den lokalen Einzelhandel stärkte, bislang wenig digitalaffinen Geschäften den Zugang zum E-Commerce ermöglichte und Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz begeisterte. Menschen und auch Medien haben sich in Bad Honnef über den Erfolg des Kiezkaufhauses informiert. Daher wurden viele Bausteine des Kiezkaufhauses auch in das Rhein-Kaufhaus übernommen, sodass sich für Geschäfte und Kundschaft auf den ersten Blick wenig änderte.
Mit dem Rhein-Kaufhaus erhält nicht nur die Stadt Bad Honnef, sondern die gesamte Region eine Plattform mit einem attraktiven, digitalen Vertriebskanal vom Geschäft bis zur Haustür, betont Jannis Vassiliou, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Bonn Rhein-Sieg Euskirchen: „Die Digitalisierung ist ohne Frage eines der dringendsten Themen des Einzelhandels und für den Einzelhandelsverband schon seit geraumer Zeit das dominierende Thema. Eine hybride Aufstellung des stationären Einzelhandels, also die Verbindung zwischen stationären und online Geschäft ist unvermeidlich und für die Zukunft jedes Händlers und jeder Händlerin ein Muss. Hier setzt das Rhein-Kaufhaus an. Es ist nicht nur ein nützliches Tool für die Digitalisierung der Händlerschaft, sondern in gleicher Weise ein Startschuss für die Digitalisierung des gesamten Einzelhandels in der Region, Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen. Wir sind bereit, den Händlern und Händlerinnen beratend und stets mit viel Engagement zur Seite zu stehen.“
Die Potenziale und Chancen für die Händlerschaft der Region unterstreicht auch Till Bornstedt, Ansprechpartner für Handel in der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg: „Das Besondere ist die Skalierbarkeit des Rhein-Kaufhauses, das aus der Region für die Region kommt und somit von möglichst vielen Geschäften und einer großen Kundschaft genutzt werden könnte. Damit erhalten auch die Händlerinnen und Händler, in deren Kommune es bislang kein vergleichbares Portal gibt oder die bislang keine Erfahrungen im Onlinehandel gemacht haben, einen Zugang zu digitalen Vertriebskanälen. Gewerbesteuer und Gewinne verbleiben in der Region und Kundschaft und Händlerschaft können aufgrund der räumlichen Nähe auch persönlich interagieren. Man weiß, woher Waren kommen und kann das Geschäft auch besuchen gehen.“
Die räumliche Nähe, die Möglichkeit des persönlichen Kontakts zum Geschäft und zum Lieferpersonal sowie der Transport per Lastenrad sind Merkmale, die den besonderen Charme des Rhein-Kaufhauses ausmachen, erklärt Dr. Christoph Vornholt, Senior Scientist am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund: „Die Frage der Logistik ist im Handel von entscheidender Bedeutung. Es gibt reine Logistiker, die Waren aus einem Zentrallager bis zur Haustür liefern. Und es gibt den stationären Einzelhandel. Das Rhein-Kaufhaus geht einen eigenen Weg mit einer Lieferung mit einem nachhaltigen Lastenrad und einem persönlichen Service eines vertrauten Fahrers aus dem stationären Einzelhandel bis an die Haustür.“
Diese schnelle Lieferung aus dem Fachgeschäft direkt zur Kundschaft war ein entscheidender Vorteil des Standorts Bad Honnef, sagte Elfi Thudt, ehemalige Inhaberin eines Fachgeschäfts für maritime Feinkost in der Innenstadt: „Ab Tag Null meiner Geschäftseröffnung war es mein Wunsch, schnelle Lieferungen anbieten zu können. Für einen eigenen Lieferdienst ist mein Fachgeschäft zu klein und eine Lieferung per Taxi wäre sowohl bei Kosten als auch bei der Kühlkette kaum realisierbar gewesen. Für mein Geschäft sind das Kiezkaufhaus und das zukünftige Rhein-Kaufhaus genau das Richtige. Denn es bietet nicht nur die Logistik an, sondern ist auch unser digitales Schaufenster, das 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag einsehbar ist.“
Das Rheinkaufhaus wurde um Juni 2023 geschlossen.
Erweiterung BAMAKA AG
Nach nur acht monatiger Bauzeit war es 2016 soweit: Die BAMAKA AG eröffnete zum geplanten Termin das zweite Firmengebäude. Seit der konzeptionell strategischen Neuausrichtung im Jahre 2001 stieg der Umsatz des Unternehmens von gerade einmal 15 Mio. auf jetzt knapp 300 Mio. Euro. Gleichzeitig wuchs auch die Mitarbeiterzahl – mit der Folge, dass die gemieteten Geschäftsräume im Haus der Landschaft in Bad Honnef nicht mehr ausreichten, um weiter wachsen zu können.
Seit 2016 hat die führende Einkaufsgesellschaft der Bauwirtschaft ihren Standort in Rhöndorf am Fuße des Drachenfels. Der Neubau an der Rhöndorfer Straße bietet auf 630 m2 Nutzfläche Platz für rd. 25 Angestellte, verteilt auf zwei Etagen. Von ihrem neuen Geschäftssitz aus, betreut die BAMAKA rund 61.000 Einkaufsberechtigte bundesweit.
Die Wirtschaftsförderung war auch hier eng eingebunden.

