Klimaschutz in Bad Honnef: Treibhausgasemissionen um neun Prozent gesunken   

Aktuelle Klimabilanz zeigt Fortschritte und weiteren Handlungsbedarf. Öffentliches Dashboard macht Entwicklungen nachvollziehbar. Stadt informiert über Maßnahmen, Förderung und Kosten des Klimaschutzmanagements.

Bad Honnef. Die Treibhausgasemissionen in Bad Honnef sind zwischen 2021 und 2024 um neun Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sank der gesamte Energieverbrauch im Stadtgebiet um zwölf Prozent. Das geht aus der aktuellen Energie- und Treibhausgasbilanz hervor, die am Donnerstag, 8. Oktober 2026, auf der Tagesordnung des Umweltausschusses stand. Neben den Ergebnissen der Klimabilanz beschäftigte sich der Ausschuss mit dem öffentlich zugänglichen Klimaschutz-Dashboard sowie den finanziellen Auswirkungen des geförderten Klimaschutzmanagements.

Die drei Themen zeigen, wie die Stadt ihre Klimaschutzarbeit organisiert, welche Entwicklungen sich im Stadtgebiet feststellen lassen und welche finanziellen Mittel dafür eingesetzt werden.

Deutlicher Rückgang bei privaten Haushalten

Nach der aktuellen Bilanz gingen die jährlichen Treibhausgasemissionen von rund 183.700 Tonnen im Jahr 2021 auf rund 167.100 Tonnen im Jahr 2024 zurück. Der gesamte Energieverbrauch sank im selben Zeitraum von rund 623.000 auf rund 548.000 Megawattstunden.

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den privaten Haushalten aus. Hier verringerten sich die Treibhausgasemissionen um rund 25 Prozent. Auch in Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit rund 23 Prozent sowie in der Industrie mit rund zehn Prozent wurden Rückgänge festgestellt. Bei den kommunalen Einrichtungen sanken die Emissionen um rund neun Prozent.

Eine besondere Herausforderung bleibt der Verkehr. Er verursachte 2024 rund 53 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet und ist damit der größte Emissionsbereich. Während die Emissionen in den übrigen Sektoren zurückgingen, stiegen sie im Verkehrsbereich im betrachteten Zeitraum rechnerisch um rund sieben Prozent. Der Energieverbrauch im Verkehr blieb dabei nahezu unverändert. Durch die deutlichen Einsparungen in den anderen Bereichen hat sich zugleich der Anteil des Verkehrs an den gesamten Treibhausgasemissionen erhöht.

„Die aktuelle Bilanz zeigt, dass sich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Bad Honnef insgesamt rückläufig entwickeln. Das ist eine wichtige Entwicklung, gleichzeitig dürfen wir die bestehenden Herausforderungen nicht aus dem Blick verlieren. Klimaschutz ist eine langfristige Aufgabe, bei der wir sowohl die Ergebnisse als auch den verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel im Blick behalten müssen“, erklärt der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Honnef, Holger Heuser. Die Bilanz betrachtet das gesamte Stadtgebiet. Sie berücksichtigt damit nicht nur Aktivitäten der Stadtverwaltung, sondern auch den Energieverbrauch privater Haushalte, der Wirtschaft und des Verkehrs. Die festgestellten Veränderungen werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst und können deshalb nicht unmittelbar einzelnen kommunalen Klimaschutzmaßnahmen zugerechnet werden.

Klimaschutzmanagement begleitet konkrete Projekte

Seit dem 1. Februar 2022 verfügt die Stadt Bad Honnef über ein vom Bund gefördertes Klimaschutzmanagement. Die dafür eingerichtete Personalstelle koordiniert die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes, entwickelt Projekte, organisiert Informationsangebote und unterstützt die Zusammenarbeit mit Bürgerschaft, Wirtschaft und ehrenamtlichen Initiativen. Zu den bisherigen Projekten zählt unter anderem das Thermografieprojekt Climap. Mithilfe von Wärmebildern können energetische Schwachstellen an Gebäuden sichtbar gemacht werden. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer erhalten damit Anhaltspunkte für mögliche energetische Verbesserungen.

Weitere Angebote sind die Bad Honnefer Heizungsgespräche, Informationsveranstaltungen zu Photovoltaik und Solarenergie sowie die Klimaschutztage. Sie sollen Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich über Möglichkeiten zum Energiesparen, zur energetischen Modernisierung und zum Klimaschutz zu informieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung ehrenamtlicher Initiativen. Unter dem Namen #WirFürsKlima engagieren sich Bürgerinnen und Bürger beispielsweise in den Bereichen Energie, Mobilität und Klimaanpassung.

Stadt legt Kosten und Förderung offen

Im Umweltausschuss wurden auch die finanziellen Auswirkungen des geförderten Klimaschutzmanagements dargestellt. Für den Zeitraum vom 1. Februar 2022 bis zum 21. September 2026 sind Gesamtausgaben von rund 536.000 Euro entstanden. Davon entfallen rund 315.000 Euro auf die Personalkosten für die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst beschäftigte Fachkraft des Klimaschutzmanagements. Weitere rund 221.000 Euro wurden für die Erstellung und begleitende Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes sowie verschiedene Projekte aufgewendet.

Zu den größeren Einzelpositionen gehören das Thermografieprojekt Climap mit rund 72.000 Euro, die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes mit rund 61.000 Euro sowie die Klimaschutztage mit rund 48.000 Euro. Weitere Mittel flossen unter anderem in die Unterstützung ehrenamtlicher Aktivitäten, Beratungsangebote und die Öffentlichkeitsarbeit.

Den Gesamtausgaben stehen bislang rund 175.000 Euro Bundesfördermittel gegenüber. Der rechnerische Eigenanteil der Stadt beträgt damit seit Beginn des Förderzeitraums insgesamt rund 361.000 Euro. Die Höhe der Förderung hat sich im Projektverlauf verändert. Während in den ersten beiden Jahren eine Förderquote von 75 Prozent galt, beträgt sie in der anschließenden Förderphase seit dem 1. Februar 2024 noch 40 Prozent. Entsprechend unterschiedlich fällt der finanzielle Eigenanteil der Stadt in den einzelnen Jahren aus. „Uns ist wichtig, die finanziellen Aufwendungen transparent darzustellen und zugleich deutlich zu machen, welche Aufgaben und konkreten Leistungen damit verbunden sind. Hinter den Zahlen stehen nicht nur Personalaufwendungen, sondern auch Beratungsangebote, Projekte und die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt“, betont Heuser.  Nicht Bestandteil dieser Kostenaufstellung sind unter anderem die kommunale Wärmeplanung, das Klimaanpassungskonzept und das Mobilitätskonzept. Diese wurden durch das Klimaschutzmanagement angestoßen und werden in ihrer Umsetzung über andere Förderprogramme finanziell unterstützt.

Klimaschutz-Dashboard macht Entwicklung öffentlich nachvollziehbar

Wie entwickelt sich der Energieverbrauch in Bad Honnef? Welche Bereiche verursachen besonders viele Treibhausgasemissionen? Wie verändern sich die Werte im Laufe der Jahre? Und was zeigen die Daten zu Wetter und Mobilität? Antworten darauf bietet ab sofort das öffentlich zugängliche Klimaschutz-Dashboard der Stadt Bad Honnef. Es bereitet wichtige Daten anschaulich auf und ermöglicht allen Interessierten, sich jederzeit über aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen zu informieren.

Neben den Ergebnissen der fortgeschriebenen Energie- und Treibhausgasbilanz enthält das Dashboard auch Wetter- und Mobilitätsdaten. Die Darstellung verschiedener Datensätze und ihrer zeitlichen Entwicklung macht Fortschritte ebenso sichtbar wie Bereiche, in denen weiterhin Handlungsbedarf besteht.

„Mit der aktuellen Treibhausgasbilanz können wir die Entwicklung über vier aufeinanderfolgende Jahre genauer betrachten. Dabei sehen wir deutliche Rückgänge beim Energieverbrauch der privaten Haushalte, aber auch, dass der Verkehr weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Das Dashboard macht diese Entwicklungen für alle Interessierten sichtbar. So können wir nachvollziehbar zeigen, wo Bad Honnef steht und an welchen Stellen wir künftig ansetzen müssen“, erläutert Klimaschutzmanager Swen Schmitz.

Das Klimaschutz-Dashboard ist öffentlich zugänglich unter:

https://klimadashboard.meinbadhonnef.de

Klimaschutz bleibt eine langfristige Aufgabe

Die aktuelle Treibhausgasbilanz zeigt insgesamt eine rückläufige Entwicklung bei Energieverbrauch und Emissionen. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen, insbesondere im Verkehrsbereich und bei der Wärmeversorgung von Gebäuden.

Mit der regelmäßigen Fortschreibung der Klimabilanz verfügt die Stadt über eine Grundlage, um Veränderungen zu erkennen und Handlungsschwerpunkte abzuleiten. Das öffentlich zugängliche Dashboard ergänzt diese Arbeit durch eine transparente Darstellung der Daten.

Das Klimaschutzmanagement begleitet die Entwicklung mit konkreten Projekten, Informationsangeboten und der Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren. Dabei sollen die Maßnahmen regelmäßig überprüft und an neue Erkenntnisse und Anforderungen angepasst werden. 

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