Bad Honnef lädt zum ersten Bevölkerungsschutztag ein: Information, Vorsorge und Ehrenamt am Sonntag, 14. Juni, auf dem Aegidiusplatz in Aegidienberg
Bad Honnef. Am Sonntag, 14. Juni 2026, findet von 11:00 bis 17:00 Uhr der erste Bad Honnefer Bevölkerungsschutztag auf dem Aegidiusplatz und im Bürgerhaus Aegidienberg statt. Unter dem Motto „Vorsorge – wie ich mich und meine Familie für den Katastrophen- und Krisenfall vorbereiten kann“ laden die Stadt Bad Honnef, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die örtlichen Hilfsorganisationen sowie weitere Partnerinnen und Partner alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich zu informieren, mit Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen und konkrete Anregungen für die eigene Notfallvorsorge mitzunehmen.
Im Mittelpunkt des Tages steht eine Frage, die im Alltag oft zu wenig Raum bekommt: Was kann jede und jeder selbst tun, um in außergewöhnlichen Situationen vorbereitet zu sein? Ob Extremwetter, Hochwasser, ein längerer Stromausfall, eine Unterbrechung der Trinkwasserversorgung oder andere Krisenlagen – für die Menschen vor Ort zählen zunächst die unmittelbaren Folgen. Wer sich frühzeitig Gedanken macht, Vorräte überprüft, wichtige Informationen bereithält und weiß, an wen man sich im Ernstfall wenden kann, stärkt nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die Handlungsfähigkeit der gesamten Stadtgesellschaft.
„Der Bevölkerungsschutztag soll zeigen: Sicherheit entsteht nicht erst im Einsatzfall. Sie beginnt dort, wo Menschen informiert sind, Verantwortung übernehmen und wissen, was in einer außergewöhnlichen Lage zu tun ist. Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften, die diesen Tag möglich machen und jeden Tag dazu beitragen, Bad Honnef widerstandsfähiger zu machen“, sagt Bürgermeister Philipp Herzog.
Der Bevölkerungsschutztag macht sichtbar, wie breit der Bevölkerungsschutz in Bad Honnef aufgestellt ist. Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, die DLRG, die Bad Honnefer Funkamateure, die Stadt Bad Honnef und weitere Beteiligte präsentieren ihre Aufgaben, Fahrzeuge, Ausrüstung und Informationsangebote. Dabei geht es nicht nur um die Leistungsfähigkeit der Organisationen im Einsatzfall, sondern auch um Prävention, Selbstschutz, Erste Hilfe, Kommunikation in Krisenlagen, Wasserrettung, Notfallvorsorge, Klimafolgenanpassung und die Möglichkeiten, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren.
Ergänzt wird das Angebot durch Fachvorträge im Bürgerhaus Aegidienberg. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher weiterführende Informationen zu persönlicher Vorsorge, zum Verhalten in Krisenlagen, zur Arbeit der Hilfsorganisationen und zu Fragen der zivilen Sicherheit. Auch die Stadt Bad Honnef informiert über ihre Aufgaben im Bevölkerungsschutz, über Präventionsarbeit und über Anlaufstellen für besondere Lagen.
Ein besonderer Dank gilt der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V., Sektion Bonn, die auf die Stadt Bad Honnef zugekommen ist und den Bevölkerungsschutztag tatkräftig unterstützt. Die Gesellschaft beteiligt sich mit einem Informationsstand zur zivilen und militärischen Verteidigung und unterstützt zugleich die Informationsvermittlung rund um den Tag. Richard Rohde, Sektionsleiter Bonn der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), erklärt dazu: „Die GSP führt bundesweit und ehrenamtlich sicherheitspolitische Informations- und Bildungsarbeit durch. Ein Ziel ist hierbei die Stärkung der Resilienz in Krisenzeiten.“
Der Begriff Bevölkerungsschutz umfasst sowohl den Katastrophenschutz als auch den Zivilschutz. Für die Bürgerinnen und Bürger ist im Ernstfall jedoch zunächst entscheidend, welche Auswirkungen eine Lage konkret auf den Alltag hat: Funktioniert die Heizung noch? Ist warmes Wasser verfügbar? Können Speisen und Getränke zubereitet werden? Wie bleiben Lebensmittel oder lebenswichtige Medikamente gekühlt? Wo gibt es verlässliche Informationen, und wo kann Hilfe angefordert werden? Der Bevölkerungsschutztag soll dazu beitragen, diese Fragen verständlich und alltagsnah zu beantworten – ohne Verunsicherung, aber mit dem klaren Ziel, Vorsorge zu fördern.
Ohne die Mitwirkung der Bevölkerung kann und wird Bevölkerungsschutz nicht gelingen, erklärt auch Jens Koelzer, Bereitschaftsleiter DRK Siebengebirge: „Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz braucht zwei starke Säulen: professionelle Hilfe durch staatliche Organisationen und die anerkannten Hilfsorganisationen sowie eine gut vorbereitete Bevölkerung. Eigenvorsorge schützt nicht nur den Einzelnen, sondern schafft Freiräume für Einsatzkräfte, damit diese den Menschen helfen können, die in einer Krise oder Katastrophe am dringendsten auf Unterstützung angewiesen sind.“
Damit sich die Bevölkerung eigenverantwortlich gut vorbereiten kann, hat die Stadt Bad Honnef in den vergangenen Tagen alle Haushalte im Stadtgebiet bereits per Post über den Bevölkerungsschutztag informiert. Gleichzeitig wurde der neue Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur persönlichen Notfallvorsorge verteilt.
Dafür wirbt auch Maximilian Kornfeld, Leitung Einsatzdienste der Malteser Bad Honnef: „Auch wenn das Thema Katastrophenschutz oft verdrängt wird: Eine gut informierte und sensibilisierte Bevölkerung rettet im Ernstfall Leben. Dieses Wissen zahlt sich nicht erst bei extremen Ereignissen aus, sondern macht jeden Einzelnen bereits bei kleineren Notlagen im Alltag handlungsfähig.“ So werden die Malteser im Rahmen eines Fachvortrags praktische Hilfestellungen geben, wie man am Fallbeispiel eines Starkregenereignisses mobilitätseingeschränkte Angehörige retten kann und dabei den Eigenschutz beachtet.
Mehr Starkregenereignisse, heftigere Stürme, aber auch Hitze und Dürren werden die Bevölkerung und auch den Bevölkerungsschutz herausfordern, sagt Ilja Illert, Klimaanpassungsmanager der Stadt Bad Honnef, der mit einem Informationsstand und einem Fachvortrag die Möglichkeiten zur Vorsorge gegen Folgen des Klimawandels vorstellen wird, um Risiken zu reduzieren: „Klimaanpassung ist nicht allein Aufgabe der Stadtverwaltung oder der Einsatzkräfte. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann dazu beitragen, die Folgen von Hitze oder Starkregen zu verringern.“ Möglichkeiten seien etwa die Dach- oder Fassadenbegrünung oder die Speicherung und Nutzung von Regenwasser gegen Dürre, die Hecken und Wiesen brandgefährlich machen könne.
Familien sind herzlich willkommen: Neben Informationsständen und Vorträgen wird es Angebote für Kinder und Jugendliche geben, darunter Bildungsmaterialien und Mitmachaktionen. Für Speisen und Getränke ist ebenfalls gesorgt.
Die Anreise ist mit dem öffentlichen Nahverkehr möglich; die Busse fahren regulär zum Aegidiusplatz. Parkmöglichkeiten bestehen unter anderem am Friedhof, an der Grundschule sowie – mit freundlicher Genehmigung – am Penny-Markt.
Bürgermeister Philipp Herzog appelliert, den Tag zu nutzen: „Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich, sprechen Sie mit den Menschen, die sich vor Ort für Ihre Sicherheit engagieren – und nehmen Sie konkrete Impulse für Ihre persönliche Vorsorge mit.“
Gruppenbild Pressegespräch (v.l.n.r.):
Ilja Illert (Klimafolgenanpassungsmanager Stadt Bad Honnef), Lennart Gerlach (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Bad Honnef), Jannis Knaden (Leiter Öffentlichkeitsarbeit DLRG Bad Honnef-Unkel), Thomas Weiss (Stellv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bad Honnef), Maximilian Kornfeld (Leitung Einsatzdienste Malteser Bad Honnef), Jörg Boscher (stellvertretender Löschzugführer Aegidienberg der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bad Honnef), Thomas Breutigam (Ordnungsamt Stadt Bad Honnef), Christian Hoffmann (Ortsbeauftragter Technisches Hilfswerk), Stefan Scharfenstein (Vorsitzender DARC-Ortsverband Bad Honnef, Funkamateure), Philipp Herzog (Bürgermeister Stadt Bad Honnef), Jens Koelzer (Bereitschaftsleiter DRK Siebengebirge) und Richard Rohde (Sektionsleiter der Sektion Bonn, Gesellschaft für Sicherheitspolitik e. V.)




