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Mobilität

Unterwegs nach „RAD Honnef“

Fahren Sie mit?

Von anspruchsvollen Mountainbike-Routen im malerischen Siebengebirge bis hin zu flachen Radwegen im Rheintal durchzieht ein komplexes Radwegenetz die Region. In den nächsten Jahren soll das Radfahren für alle Verkehrsteilnehmer noch komfortabler werden. Garant dafür ist das Radverkehrskonzept. Bereits bestehende und neue Strecken werden so auf dem Fahrrad statt hinter dem Lenkrad attraktiv und sicher. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) fördert und initiiert das Bundesumweltministerium Klimaschutzprojekte in ganz Deutschland. Für das Projekt „NKI-Unterwegs nach RAD Honnef“ hat Bad Honnef den Förderzuschlag bekommen und kann somit sein Ziel verfolgen, das Alltagsradfahren komfortabel, sicher und attraktiv für alle Nutzer zu machen.


Radverkehrssituation im Stadtgebiet Bad Honnef:

In radverkehrstauglicher Distanz besteht eine starke Pendlerverflechtung zwischen Bad Honnef und Bonn sowie in die Nachbarstädte Königswinter und Rheinbreitbach.

Auch für den Radtourismus bestehen in Bad Honnef durch die Lage am rechtsrheinischen Ufer gute Bedingungen.

Zwar schränken topographische Gegebenheiten im Siebengebirge die Nutzung des Fahrrads ein, jedoch mildert die (zunehmende) Nutzung elektrisch unterstützter Fahrräder diese Bedingung deutlich ab.

Das Stadtgebiet ist stark durch den Autoverkehr geprägt. Dabei ist das Fahrrad das Verkehrsmittel im Umweltverbund mit dem größten Verlagerungspotential vom Pkw, denn es kann innerhalb von radverkehrstauglichen Distanzen nahezu für alle Wegezwecke genutzt werden.


Inhalt und Ziele des Förderprogramms:

Das Ziel ist es, das Alltagsradfahren komfortabel, sicher und attraktiv für alle Nutzer zu machen.

Zum einen sollen Verkehrsströme entflechtet werden: Durch Hauptrouten für den Radverkehr und die Herstellung oder Verbesserung wichtiger Verbindungsachsen sollen Radfahrer sicherer und schneller unterwegs sein.

Zum zweiten sollen Ziel- und Übergangspunkte besser ausgestattet werden: Radfahrer sollen die Möglichkeit erhalten, an Stationen des ÖPNV oder beliebten Zielen ihre Räder besser und sicherer abzustellen.

Vorgesehen ist auch die Förderung des Bike & Ride für Berufspendler und eine Prüfung, ob und wie Fahrräder besser im ÖPNV mitgenommen werden können.Das neue Wegenetz und die besseren Abstellanlagen ergänzen sich zu einem klugen System für das Radfahren in Bad Honnef.


  • Maßnahme 1: Rheinradweg

    „Rheinradweg“

    Der Rheinradweg entlang des Rheinufers zwischen Bad Honnef und Königswinter bietet sowohl Pendlern zwischen den beiden Städten und nach Bonn, als auch Freizeitradlern die Möglichkeit einer nahezu kreuzungsfreien Fahrt am Rhein entlang.

    Aufgrund des aktuell schlechten und räumlich engen Zustands zwischen dem Bahnübergang „Am Steinchen“ bis zur Stadtgrenze Königswinter sowie der gemeinsamen Nutzung des Weges mit Fußgängern müssen viele Radler notgedrungen die nebenliegende stark befahrene Rhöndorfer Straße nutzen.

    Bestandssituation:

    Aufgrund des Verschleißes über die vergangenen Jahre weisen der Radwegeabschnitt und die angrenzende Ufermauer starke Beschädigungen auf, welche intensiver Unterhaltungsmaßnahmen bedürfen.

    Hinzu kommen mehrere Fahrbahnverengungen, welche die Verkehrssicherheit vehement beeinträchtigen.

    Inhalt und Ziele der Maßnahme:

    Um ein attraktives Angebot anbieten zu können, soll der gesamte konstruktive Unterbau belastbar aufgewertet, der Radweg qualifiziert auf 5 m verbreitert sowie mit einer besseren Oberfläche versehen werden.

    Dazu soll durch eine Auskragung am Rhein der Querschnitt ausgeweitet und sowohl Oberfläche als auch Geländer erneuert werden. Für die Verbreiterung des Radweges werden entsprechend Ausgleichsmaßnahmen beraten.

    Eine Qualifizierung des Rheinradweges in dem beschriebenen Maße attraktiviert diese Strecke vor allem für Pendler zwischen Bad Honnef und Königswinter sowie nach Bonn und bildet damit einen entscheidenden Lückenschluss des guten Radnetzes entlang des Flusslaufs.


  • Maßnahme 2: Mustergültige Kreuzung

    „Mustergültige Kreuzung“

    Das neue Radwegenetz trifft aufgrund baulicher Zwänge an vielen Punkten auf verkehrsstarke Straßen. Es ist daher von großer Bedeutung das diese Knotenpunkte baulich so gestaltet werden, dass sie vom Radverkehr attraktiv und sicher gequert werden können.

    Die „mustergültigen Kreuzungen“ verstehen sich als kluges Bündel von kleineren Maßnahmen: Farbige Flächen, vorgezogenen Haltelinien, eigene Signalisierungen oder abgesenkte Bordsteine verdeutlichen in der Summe den Vorrang des Fahrrads und erhöhen die Qualität der Alltagmobilität.

    Knotenpunkt Kreuzung Linzer Straße/Menzenberger Straße:

    Ein besonders kritischer Knotenpunkt ist die Kreuzung Linzer Straße/Menzenberger Straße.
    Aufgrund mehrerer Fahrstreifen ist Linksabbiegen für den Radverkehr schwierig und wird insbesondere von unsicheren Radfahrern vermieden.

    Hinzu kommt eine Topografie, die das Anfahren am Berg erschwert. Stattdessen wird oftmals auf den Gehweg ausgewichen.

    Außerdem blockieren Rückstaus den Schutzstreifen auf der Menzenberger Straße.

    Inhalt und Ziele der Maßnahmen:

    Zur Verbesserung der Gegebenheiten könnten beispielhaft vorgezogene Radaufstellstreifen sowie eine neue Signalisierung installiert werden.

    Darüber hinaus können Flächen für indirektes Linksabbiegen und die Fortführung des Schutzstreifens bis in den Knotenpunkt errichtet werden.

    Die Maßnahmen ermöglichen ein sicheres Queren im Bereich des Knotenpunktes sowie eine radfreundliche Verkehrsführung.

    Knotenpunkt Wilhelmstraße/ Hauptstraße/ Am Spitzenbach:

    Eine andere Situation besteht an dem Knotenpunkt Wilhelmstraße/ Hauptstraße/ Am Spitzenbach.

    Um dem Radverkehr eine sichere Querung und gleichzeitig den Wechsel der Führungsformen komfortabel zu ermöglichen, müsste der Radverkehr von der Fahrbahn auf der Rhöndorfer Straße in Fahrtrichtung Norden sicher auf den getrennten Geh- und Radweg geführt werden.

    Der Übergang wird jedoch häufig von aus der Wilhelmstraße ausfahrenden Kfz blockiert. Umgekehrt muss der Radverkehr in Fahrtrichtung Innenstadt sicher auf die Fahrbahn ausgeleitet werden.


  • Maßnahme 3: Wegweisung Radverkehrsnetz

    Wegweisung Radverkehrsnetz“

    Eine wesentliche Grundlage für jegliche Form von Radmobilitätsförderung ist ein Wegenetz mit der entsprechenden Beschilderung.

    Inhalt der Maßnahme:

    Die Maßnahme drei soll die Entwicklung eines eingängigen Beschilderungssystems im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zum Gegenstand haben.

    Dieses stadtweite Netz soll einheitlich, eingängig und damit sehr verständlich beschildert werden, um den Radfahrerinnen und Radfahrern eine durchgehend gute Orientierung zu ermöglichen.

    Einher geht damit auch eine digitale Darstellung der neuen Wege, die sich idealerweise in bestehende und häufig genutzte überregionale Kartensysteme übertragen lässt.

    Dabei steht die Innenstadt im Mittelpunkt der Wegeführung, da hier bislang Beschilderungen fehlen und das Zentrum auf diese Weise gestärkt werden soll.

    Ziele der Maßnahmen:

    Eine klare und eingängige Beschilderung macht das Radverkehrsnetz sichtbar, bietet Orientierungshilfe und lenkt Radfahrende gezielt auf sicher befahrbare Routen.

    Die Bürgerinnen und Bürger sollen motiviert werden, ihre täglichen Wege vermehrt mit dem Rad zurückzulegen.

    Insbesondere Abkürzungen, Wege mit besserer Topografie, freigegebene Einbahnstraßen und durchlässige Sackgassen werden dadurch sichtbarer gemacht.

    Die konzeptionelle Vorarbeit zu dieser Maßnahme erfolgt umfänglich im Rahmen des NRVP-Förderprojekts. Da es sich baulich um punktuelle Beschilderungsmaßnahmen handelt besteht außer der Abstimmung zu verkehrsrechtlichen Fragen kein planungsrechtlicher Regelungsbedarf.


  • Maßnahme 4: Fahrradtempo steuern - aber richtig

    „Fahrradtempo steuern, aber richtig“

    Poller und Drängelgitter sind für Radfahrer gefährliche und gerade mit Spezial- und Lastenrädern unüberwindbare Hindernisse.

    An bestimmten Stellen sind Poller und Drängelgitter notwendig um zum Beispiel Autos von der Einfahrt auf Rad- und Gehwege abzuhalten oder um Bahnübergänge zu sichern.

    Inhalt der Maßnahme:

    Um die Poller im Stadtbild besser sichtbar zu machen sollen diese durch höhere Poller ersetzt werden.

    Solche Poller haben eine stärkere Signalwirkung und sind auch für hintereinanderfahrende Radfahrer besser sichtbar.

    An Stellen, an denen Drängelgitter dazu dienen den Radverkehr zu verlangsamen um eine Gefahrensituation zu entschärfen, sollen diese durch langgezogene Bodenwellen ersetzt werden.

    Ziele der Maßnahme:

    Statt durch eine Hinderniswirkung abzubremsen soll der „sanfte Impuls“ über den Boden die Achtsamkeit für eine angemessene Geschwindigkeit fördern.

    Rein technisch wird dadurch die Befahrbarkeit mit Lastenrädern und anderen Spezialrädern erhöht, das Unfallrisiko für alle Fahrradfahrenden beseitigt und gleichzeitig eine Verlangsamung und Aufmerksamkeitsfläche geschaffen.

    Bisher wurde diese Maßnahme in Deutschland wenig erprobt und soll daher als innovative Idee in Bad Honnef umgesetzt werden.


  • Maßnahme 5: Bergmarken

    „Bergmarken“

    Die Verbindung zwischen Bad Honnef und dem Ortsteil Aegidienberg stellt besonders durch die zentrale und stark befahrene Schmelztalstraße eine große Herausforderung für Radfahrerinnen und Radfahrer dar.

    Ein Umbau hin zu einer radverkehrsfreundlichen Strecke ist sowohl technisch außerordentlich aufwändig als auch finanziell nicht möglich.

    Bestandssituation Mucherwiesental:

    Abseits der Schmelztalstraße gibt es das Mucherwiesental, welches durch seine Landschaft attraktiv,aber durch abschnittsweise steile Strecken für Radfahrer wiederrum unbeliebt ist. Für eine zentrale Ost-West-Verbindung in Bad Honnef wäre diese Strecke eine gute Option.

    Inhalt und Ziele der Maßnahmen:

    Aufgrund der topographischen Gegebenheiten wurde bei der Gestaltung ein experimenteller Ansatz gewählt.

    Durch äußere Einflüsse soll die Wahrnehmung der Strecke positiv beeinflusst werden und zur Benutzung einladen.

    Hinter „Bergmarken“ steckt der Gedanke, eine ausgewählte Strecke, durch Information, räumliche Interventionen, punktuelle Installationen etc. so aufzuwerten, dass der Radfahrer diesen Weg trotz der Beschwernis der Steigung nutzt und damit den anspruchsvollen Anstieg kompensieren kann.

    Raumobjekte in Verbindung mit (plakative) Informationstafeln z.B. zur Lage oder Höhe sollen bevorzugt an den steilsten Stellen des Weges aufgestellt werden und somit die Gesamtstrecke in optisch kleine, gut befahrbare Strecken einzuteilen.

    Gestaltungswettbewerb:

    Ein Gestaltungswettbewerb zielt darauf ab, die Wegeverbindung nicht nur mit reinen Infrastrukturmaßnahmen aufzuwerten, sondern durch künstlerische Gestaltungsobjekte die Gesamtstrecke für Radfahrer attraktiver zu machen. Hauptzielgruppen sind sowohl Alltagspendler als auch Freizeitnutzer.


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