Neues Lehrschwimmbecken in Aegidienberg nimmt wichtige Hürde

Der Neubau des Lehrschwimmbeckens in Aegidienberg hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Im Betriebsausschuss des Rates wurde am 22. April die Vergabe der Bauleistungen für den Rohbau durch das Bauunternehmen Mogendorf+Schmitz in Mülheim-Kärlich beschlossen. Der Baubeginn ist für den 10. August geplant. Vorbehaltlich der Unwägbarkeiten durch die Coronapandemie wird mit einer Fertigstellung und Übergabe des Lehrschwimmbeckens zum 31. Dezember 2021 gerechnet. Nach derzeitigem Stand der Planungen wird der gesetzte Kostenrahmen von 4,5 Millionen Euro inklusive aller Nebenkosten und Steuern eingehalten werden können.

Bereits in den kommenden Wochen sollen die Vorbereitungen der Baugrube beginnen, berichtet Hans-Joachim Lampe-Booms, Leiter der Bad Honnefer Bäder: Ein Niederkasseler Fachbetrieb, der im Herbst 2019 auch den Abriss des seit Ende 2018 aufgrund statischer Mängel geschlossenen Bades durchgeführt hatte, wird die derzeitige Baugrube leerpumpen, dauerhaft mit einer Drainage und einem Pumpensumpf trocken legen und für die im August beginnenden Rohbauarbeiten vorbereiten. Parallel zur Vergabe des Rohbaus wurde das Unternehmen Bodan Schwimmbadbau aus Kressbronn mit der Erstellung eines Edelstahlbeckens und eines neuen Hubbodens für das Lehrschwimmbecken beauftragt. Der Baubeginn wird somit etwa ein halbes Jahr später erfolgen als ursprünglich geplant: Technische und energetische Planungen hatten sich als umfangreicher und langwieriger herausgestellt wie in der Projektplanung ursprünglich erwartet.

Der Entwurf zeigt, wie das Gebäude des Lehrschwimmbeckens in Aegidienberg zukünftig in etwa aussehen wird.

Der Entwurf zeigt, wie das Gebäude des Lehrschwimmbeckens in Aegidienberg zukünftig in etwa aussehen wird.

Der Entwurf für das neue Schwimmbadgebäude orientiert sich an strengen energetischen und technischen Vorgaben, erklärt Hans-Joachim Lampe-Booms: „Das Gebäude wird, vereinfacht gesagt, optisch ein Standardbauwerk ohne architektonische Auffälligkeiten wie etwa große Glasfronten, die man aus privaten Freizeitbädern kennt. Dafür standen niedrigere Baukosten und insbesondere auch niedrigere Betriebskosten im Vordergrund: Uns ist es gelungen, durch nicht zu große Fenster und eine entsprechend hochwertige Dämmung der Wände die hohen Auflagen des KfW55-Standards einzuhalten. Dies ermöglicht uns, einen staatlich geförderten Kredit der KfW-Bank für den Bau des Lehrschwimmbeckens zu nutzen. Zudem werden wir zukünftig im Vergleich zu einfacheren Bauweisen bei Schwimmbädern vergleichbarer Größe nur etwa 55 Prozent des sonst üblichen Energiebedarfs verbuchen.” Das spare langfristig Betriebskosten und schone auch die Umwelt.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des neuen Lehrschwimmbeckens schließt auch eine neue Wärmequelle ein, erklärt Hans-Joachim Lampe Booms: “Das Gebäude erhält einen Fernwärmeanschluss der Bad Honnef AG und somit Wärme aus dem benachbarten Schulzentrum. Die dort vorhandene Fernwärmetechnik wird derzeit komplett saniert.” Die Wärme wird rund um die Uhr benötigt, um das 25 Meter lange und drei Bahnen breite Lehrschwimmbecken konstant auf etwa 27 Grad Celsius Wassertemperatur zu erwärmen. Der konstante Wärmebedarf führt zu einer energetisch besseren und wirtschaftlicheren Auslastung der Fernwärmetechnik im Schulzentrum. „Erwärmt wird neben dem Wasser auch die Luft des Schwimmbads. Die Steuerung der Wärme und der Luftfeuchtigkeit in Schwimmbädern durch eine professionelle Be- und Entlüftung ist sehr wichtig und normalerweise auch sehr energieintensiv. Im neuen Lehrschwimmbecken kommt nun eine sogenannte Wärmerückgewinnung zum Einsatz, die der Abluft, bevor sie das Gebäude verlässt, einen Großteil der Wärme entzieht und damit die Frischluft vorwärmt. Auch das spart langfristig Energie und Betriebskosten ein.” Ein Teil des Stroms für die Lüftungstechnik kommt von einer neuen Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 10 kWp, die auf einem zweiten Dach des Schulzentrums entstehen und die vorhandene 10kWp-Photovoltaikanlage des Schulzentrums ergänzen soll.

Eine Premiere in den Schwimmbädern der Stadt Bad Honnef feiert auch die neue Hubbodentechnik: Der spezielle Hubboden erstreckt sich mit einer Länge von 12,5 Metern über die Hälfte der Beckenlänge. „Dieser neue Hubboden kann für besondere Arbeiten bis auf eine Tiefe von 0 Zentimetern, also bis an die Wasseroberfläche, gefahren und dann ohne Stufe vom Beckenrand aus betreten werden,” beschreibt Hans-Joachim Lampe-Booms: „Das erleichtert zum Beispiel die Vorbereitungen für spezielle Kurse, die im Lehrschwimmbecken stattfinden und hierfür Unterwasserfahrräder aufbauen. Der neue Hubboden ist kombiniert mit einer speziellen Treppenanlage, die in einer Nische des Beckens eingebaut wird und sich mit dem Hubboden ausklappt. Zukünftig kann also bei jeder eingestellten Wassertiefe der Zugang über eine sichere Treppe mit Handlauf erfolgen.”