Forscherteam der GGS Löwenburgschule Rhöndorf am Fonsbach aktiv

 Ohne Wasser geht es nicht! 

Schon am Vorabend hatte der Deutsche Wetterdienst seinen Hitze-Newsletter für den kommenden Tag an die Projektleitung verschickt. Ein Grund mehr für Maria-Elisabeth Loevenich, die das Projekt „Nachhaltigkeit lernen in der Region“ der Bad Honnef AG (BHAG) koordiniert, das Vorschulprogramm zu individualisieren und auf die aktuelle Wetterlage hin anzupassen. So fand das BHAG-Bildungsprogramm diesmal nicht in der Bad Honnefer Innenstadt, sondern direkt im Ortsteil Rhöndorf statt.

Nach einer kurzen thematischen Einführungsrunde machte sich die hochmotivierte Forschergruppe unter Begleitung von Uta Tamoj, Pädagogin der Grundschule, mit Mini-Wasserlaboren, Eimern, Kechern und Lupengläsern ausgerüstet, auf den Weg zur Drachenquelle am Rhöndorfer Ziepchen. Der Dorfplatz wurde an diesem Morgen zum außerschulischen Lernort, an dem die Kinder unter Anleitung von Maria-Elisabeth Loevenich den Nitratgehalt, die Wasserhärte und den pH-Wert des Quellwassers bestimmten. Wie bereits von Peter Profittlich am frühen Vormittag vorhergesagt, bestätigte sich die gute Qualität des Quellwassers. Eine Nitratbelastung wurde nicht festgestellt. Bei Härtegrad 21 und einem ph-Wert zwischen 6 und 7 liegen die Untersuchungsergebnisse im vorgeschriebenen Referenzbereich.

Im Anschluss an eine kurze Frühstückspause rief Loevenich dann auch schon zur Bacherkundung auf. Also stapften die 12 jungen Nachwuchsforscherinnen und -forscher entlang der oberirdisch verlaufenden Abflussrinne des Fonsbaches bis an den Waldrand. Hier entdeckten die Kinder nicht nur Frösche sondern auch Molche und sogar einen seltenen Salamander, was die emsig arbeitende Gruppe mit Stolz erfüllt. Mit vorbildlichem Forschergeist und großer Behutsamkeit arbeiteten die Kinder danach daran die Gewässergüte des Baches anhand von Zeigearten zu bestimmen.

„Ich habe was!“, rief Nikolas nach wenigen Minuten. „Hier ist was!“, hörte man Stefanias Stimme aus einer Ecke der sonnigen Lichtung. „Wo ist die Zeigetafel?“, raunte Lennox ungeduldig und fragte sich, was er da wohl unter einem Stein entdeckt hat. An diesem Morgen erhielten nicht die Kinder wie sonst in der Schule üblich eine Note von ihrer Lehrerin, sondern der Bach von den Kindern. „Flohkrebse, Wassergeistchen und Eintagsfliegenlarven, sie alle zeugen von Gewässergüteklasse 2“, sagte Loevenich und motivierte die Kinder, sich auch in Zukunft für die Reinhaltung der Gewässer einzusetzen, damit unsere schöne Heimatregion auch ein lebensnaher Erholungsort für uns bleiben kann.

Stolz gaben die Kinder dem Bach die Note zwei und nahmen am Ende des Schulvormittages ihren Wasser-Botschafter-Ausweis entgegen. Einige der Kinder freuten sich schon auf die nahe liegenden „Waldtage“, die sie in der nächsten Schulwoche mit ihrer Lehrerin erleben werden. Dann wollen sie als verantwortlich denkende Wasser-Botschafterinnen und -Botschafter am Bach noch einmal nach dem Rechten sehen.

Text und Fotos: Maria-Elisabeth Loevenich